Teleobjektive und Fototechnik

By Konrad

Ein Teleobjektiv ist eine optische Vorrichtung mit einer gegenüber dem Normalobjektiv längeren Brennweite, und damit kleinerem Bildwinkel. Teleobjektive können als Wechselobjektiv an geeignete Kameras angeschlossen werden oder sind in diese fest integriert. Sie dienen dazu, weiter entfernte Objekte ähnlich einem Fernglas zu vergrößern bzw. näher ‘heranzuholen’. Teleobjektive sind nicht zu verwechseln mit Zoomobjektiven, die eine Verstellung der Brennweite erlauben, jedoch nicht zwingend eine Tele-Brennweite erreichen müssen.

Teleobjektive unterscheiden sich von den konstruktiv einfacheren Fernobjektiven dadurch, dass durch entsprechende Linsenkombinationen – zunächst eine positive Gruppe (Sammellinse), dann eine negative Gruppe (Zerstreuungslinse) – eine kürzere Bauform als die Nenn-Brennweite ermöglicht wird. Die Umkehrung der Tele-Bauweise ist die Retrofokus-Bauform. Sie wird z.B. für Weitwinkelobjektive an einäugigen Spiegelreflexkameras verwendet.

Eine Brennweite, welche der Bilddiagonale der Kamera entspricht, wird als ‘Normalbrennweite’ bezeichnet, das entsprechene Objektiv als ‘Normalobjektiv’. Beim Kleinbildformat ist dies ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 mm (exakt wären es 43 mm); beim Mittelformat ergeben sich aufgrund des größeren Abbildungsformats Normalbrennweiten von 75 (6 x 4,5) bis 105 mm (6 x 9), bei kleineren Filmformaten oder (bei Digitalkameras) Sensorgrößen verringert sich die Brennweite entsprechend. Objektive mit Brennweiten, welche größer als die Normalbrennweite sind, werden als Teleobjektive bezeichnet, Objektive mit kürzerer Brennweite dagegen als Weitwinkelobjektive.

Teleobjektive im Bereich bis etwa 200 mm Brennweite mit gemäßigter Lichtstärke sind auch mit sehr guter Bildqualität vergleichsweise kompakt und preiswert konstruierbar. Bei hohen Lichtstärken und/oder sehr großen Brennweiten machen sich jedoch Linsenfehler immer stärker bemerkbar, so daß ein erheblicher konstruktiver Aufwand betrieben werden muß. Solche Teleobjektive erfordern spezielle, teure optische Gläser und asphärische Linsen. Teilweise werden Linsen aus Calziumflourid verwendet. Viele Superteleobjektive sind apochromatisch korrigiert.

In der Telefotografie gilt dieselbe Faustregel wie bei den Normalobjektiven, dass zum Erzielen verwacklungsfreier Bilder mindestens mit einer Verschlusszeit fotografiert werden sollte, die dem Reziprokwert (Kehrwert) der Brennweite entspricht. Bei 200 mm Brennweite sollte daher mit 1/200 Sekunde oder kürzer belichtet werden. Bei extremen Telebrennweiten jenseits der 300 mm empfiehlt sich dennoch in jedem Fall die Verwendung eines Einbein- oder Dreibeinstativs.

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